Evelin Müller - Absolventin Gesundheitsberaterin

Evelin Müller

Absolventin Gesundheitsberaterin

Als Angestellte im Gesundheitsmanagement verdiene ich Geld mit einer interessanten Beschäftigung, die mir Spaß macht.

Nach meiner Erziehungszeit, einem Wohnortwechsel und ein paar Jahren Berufsausstieg war es für mich als gelernte Krankenschwester nicht leicht eine neue Stelle zu finden, wo ich eine geregelte Arbeitszeit hatte. Eines Tages fragte mich mein Mann, ob ich nicht im Lungenzentrum die Raucherentwöhnung übernehmen möchte. Das hörte sich für mich nach einer spannenden Aufgabe an und so habe ich nachgeforscht, wo es eine entsprechende Ausbildung gibt.
Bei meinen Recherchen fand ich die ALH-Akademie und entdeckte die Ausbildung zur Gesundheitsberaterin. Die inhaltliche Ausrichtung und der Umfang der Themen haben mich sofort angesprochen. Nach kurzen Überlegungen entschied ich mich für das Fernstudium zur Gesundheitsberaterin bei der ALH, weil ich mir dabei gute Chancen für eine berufliche Weiterentwicklung erhoffte. Um später eine Raucherentwöhnung anbieten zu können, entschied ich mich für ein Kurs-Programm, was von den Krankenkassen schon anerkannt war. Kurz bevor ich mein Fernstudium zur Gesundheitsberaterin begann, nahm ich an einer Zertifizierung zur Kursleiterin teil. Beide Ausbildungen ergänzten sich wunderbar.
Die Kern-Inhalte der Ausbildung sind zugeschnitten auf die Anforderungen, die ein/e Gesundheitsberater/in haben sollte. Psychologische Grundlagen,Gesprächsführungstechniken, Allgemeines Gesundheitsverständnis, Gesunde Ernährung, Gesundheitssport sowie Grundlagen der Anatomie und Physiologie und Themen zur Suchtberatung spielten eine wesentliche Rolle. Aber auch die Möglichkeit, Entspannungsübungen erlernen zu können und diese praktisch auszuprobieren, stellte eine Ergänzung der umfangreichen und interessanten Lerninhalte dar. Besonders gefiel mir, dass die Inhalte aus allen Themenbereichen seriös und wissenschaftlich fundiert waren. Bei diesem Fernstudium gab es 24 Studienbriefe zu bearbeiten, die jeweils mit Lösungsaufgaben verbunden waren – als Mittel zur Lernerfolgskontrolle. Insgesamt gab es zwei Präsenzphasen während der Studienzeit. Diese Treffen waren sehr schön, da Studierende aus verschiedenen Regionen sich nach dem Theorieteil und dem Selbststudium austauschen, ausprobieren und ganz praktisch tätig werden konnten, z. B. beim Kommunikationstraining, beim Vortrag halten und beim Gesundheitssport. Das hat allen viel Spaß gemacht. Ich persönlich fand es auch wichtig, dass ich meine Studienbetreuerin und einige Dozenten kennenlernen konnte. Persönliche Gespräche und der Erfahrungsaustausch unter uns Studierenden erweiterten den Blick für die Themenvielfalt und die Möglichkeiten, wo man als Gesundheitsberater/in tätig werden kann und machten auch Mut, durchzuhalten. Ich habe aber auch die Zeit, die ich nur für mich und das Studium hatte, sehr genossen.
Ich habe mich sehr gut betreut gefühlt, weil die Studienbriefe kurzfristig bearbeitet wurden, bei Fragen oder Problemen die Mitarbeiter freundlich Hilfe und Unterstützung angeboten haben und trotz des Fernstudium-Charakters eine persönliche Beziehung aufgebaut wurde. Unsere Dozentin, Nicole Philipps, hat mich motiviert durch ihr positives Feedback bei den Studienbriefen und ihren natürlichen Umgang mit uns bei den Präsenzphasen. Mit ihrem Fachwissen stand sie kompetent und beratend zur Seite.
Schon während meiner Weiterbildung hatte ich die Gelegenheit, regelmäßig „Rauchfrei-Kurse“ zu halten. Ein erster Erfolg war für mich, dass die Krankenkassen aufgrund meines Fernstudiums, was damals erst begonnen hatte, meine Qualifikation anerkannt haben, um nach dem Präventionsparagraphen 20 SGB zu arbeiten. Das hatte zwei Vorteile: Erstens fragten viele Versicherte bei der Krankenkasse nach Kursen, sodass ich dadurch Kursteilnehmer rekrutieren konnte und zweitens unterstützten die Kassen die Versicherten finanziell, wodurch die Bereitschaft zur Teilnahme an den Kursen stieg. So konnte ich während meines Fernstudiums praktisch tätig werden und das erworbene Wissen in meine Gruppenarbeit einbeziehen. Nebenbei ergab sich noch die Möglichkeit, an einem Trainerseminar für Asthma-und COPDSchulungen teilzunehmen, das sich mit meinen anderen Qualifizierungen gut ergänzte. In meiner Abschlussklausur des ALH-Fernstudiums ging es um die Gesundheitsberatung im stationären und ambulanten Krankenhausbetrieb, sowie die betriebliche Gesundheitsförderung. Die Verbindung von medizinischen Maßnahmen mit einer Beratungstätigkeit wurde am Beispiel von Asthma- und COPD-Schulungen erläutert. Neben der Medikamentengabe ist hierbei vor allem eine Verhaltensänderung wichtig - das Rauchen beenden, regelmäßig Sport treiben, sich gesund ernähren und Stress durch Entspannungseinheiten abbauen. Nach Beendigung meines Fernstudiums bewarb ich mich im Herbst 2013 um eine Anstellung im Lungenzentrum in unserem Krankenhaus. Bei dem Vorstellungsgespräch konnte ich meinen gerade erworbenen, sehr guten Abschluss als Gesundheitsberaterin vorlegen und von meinen beruflichen Vorstellungen berichten. Da soeben eine Arbeitsgruppe „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ (BGM) gegründet war, wurde ich gefragt, ob ich nicht in dieser Arbeitsgruppe mitarbeiten möchte. Diese Gelegenheit habe ich mit Freude wahrgenommen und so erhielt ich bei meiner Anstellung zwei Aufgabengebiete: Zum einen schule ich die Patienten auf der Station und zum anderen leite ich die Arbeitsgruppe „BGM“, wo wir in diesem Jahr inhaltlich viel entwickelt haben. Zukünftig werde ich auch noch ambulante Schulungsprogramme durchführen. Als Angestellte im Gesundheitsmanagement verdiene ich Geld mit einer interessanten Beschäftigung, die mir Spaß macht.