Interview mit Stephanie Linde

Stephanie Linde

Absolventin Suchtberatung


Welche persönliche und berufliche Situation hatten Sie vor Ihrer Weiterbildung und was hat Sie motiviert, etwas Neues zu wagen?

Zu diesem Zeitpunkt arbeitete ich in der erwachsenen Behindertenhilfe und betreute und pflegte Menschen mit schwerst Mehrfach-Beeinträchtigungen. Begonnen habe ich dort 2013, nachdem ich 8 Jahre lang in der Jungendhilfe – der Jugendschutzstelle sowie dem Bereitschaftsdienst für das Jugendamt – und in den Randzeiten zudem noch im Frauenschutzbereich tätig war.

Beide Stellen haben mir viel Spaß gemacht, jede von ihren mit individuellen Anforderungen. Mir war jedoch bewusst, dass ich nicht bis zur Rente in der Pflege arbeiten werde und so kam es dazu, dass ich 2017 über eine berufliche Veränderung nachdachte. Da das Thema Sucht schon immer Teil meines beruflichen Werdegangs war und mein Mann 2020 bereits 18 Jahre lang Trockener Alkoholiker, lag es für mich nahe, mich in diesen Bereich auszurichten.

Warum haben Sie sich für eine Weiterbildung an der ALH-Akademie entschieden?

Weil mein Bauch mir gesagt hat, dass ich bei der ALH gut aufgehoben bin ;) Und als HSP (Hoch sensible Person) höre ich zu einem sehr hohen Anteil auf mein Bauchgefühl.

Neben der Akademie habe ich mir natürlich auch weitere Fernschulen angeschaut, die zum Teil auch näher an meinem Wohnort lagen. Nach dem ersten Telefonat mit der Tutorin Katja Witulla stand für mich jedoch fest, dass ich dort anfange. Sie hatte auf jede noch so „komische“ Frage meinerseits eine Antwort, gab Tipps und antwortete im Mail-Kontakt immer zeitnah.

Suchtberater werden

Wie lief Ihre Weiterbildung an der ALH ab und welche Inhalte haben Ihnen am besten gefallen?

Es war super, die anderen Studierenden bei den Präsenzphasen zu treffen. Auch nahm ich von dort immer viel mit.

Zu Beginn machte es mir Sorgen, wieder zu Lernen. Das Letzte Mal, das ich lernen musste und Prüfungen schreiben lag viele Jahre hinter mir. Ich hatte Zweifel, es erneut zu schaffen. Durch den Aufbau der Studienbriefe gelang es mir aber recht gut, wieder ins Lernen zurück zu finden. Auch die Tipps der Tutoren an der ALH waren immer hilfreich und empathisch.

Inhaltlich hat mir am besten der Themenbereich der Psychologie gefallen. Besonders beruflich war es interessant, endlich Namen und Erklärungen zu den verschiedenen Psychischen Beeinträchtigungen zu erhalten.

Wer weiß, vielleicht ergibt sich in Zukunft noch die Möglichkeit, den Psychologischen Berater drauf zu setzen.

Wie gut haben Sie sich rückblickend bei Ihrem Lernprozess betreut gefühlt?

Ich fühlte mich sehr gut betreut und vor allem auch gesehen. Die Dozenten und Tutoren der ALH hatten für jede Frage ein offenes Ohr und traten einem empathisch gegenüber. Besonders ist mir meine letzte Präsenzphase vor der Abschlussprüfung in Erinnerung geblieben. Katja Witulla sagte uns, dass wir es alle schaffen werden und wartete am Prüfungstag selbst vor der Tür auf uns, um uns zu unterstützen – eine für mich nicht selbstverständliche Geste.

Wie sieht Ihre persönliche und berufliche Entwicklung nach der Weiterbildung aus und was hat sich in Ihrem Leben verändert?  

Beruflich hat sich einiges geändert. Mittlerweile arbeite ich nicht mehr im Schichtdienst und der Pflege, sondern bei einem anderen Träger in der Tagesstruktur für Menschen die psychisch erkrankt sind, Suchterkrankte und Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung. Insbesondere bei der Arbeit mit psychisch und oder Sucht-Erkrankten, half mir das Fachwissen, welches im Studium vermittelt wurde, Sicherheit zu erlangen.

Privat habe ich nun Zeit und Kraft, mich noch politisch zu engagieren, weshalb ich 2020 für die Mensch Umwelt Tierschutz Partei in meinem Wahlbezirk kandidiere. Hier liegt mein Blick insbesondere auf der Sucht- und der Obdachlosenhilfe - denen eine Stimme geben, die keine haben. Durch das Studium habe ich einfach einen anderen Blick darauf bekommen.

 

Momentakustik - Unser Podcast für Körper, Geist & Seele

Zu Gast in unserem Podcast hat Stepahnie über ihren Weg nach der Ausbildung erzählt: