Katja Russ - Absolventin Seelsorger (ALH)

Katja Russ

Absolventin Seelsorger (ALH)

Ich wollte eine Ausbildung, die den Menschen als Ganzes im Blick hat!

Ich arbeite als Krankenschwester in einer Universitätsklinik. In meinem Berufsalltag betreue ich dabei ausschließlich krebskranke Patienten, die mitunter viel Redebedarf haben, sich Gedanken über das Leben machen und teilweise auf der Suche nach Sinnhaftigkeit sind. Ich selbst habe das auch stets getan. Das Seelsorge-Studium an der ALH schien mir eine ideale Weiterbildung für meine Situation zu sein. Die Lehrinhalte waren so übergreifend wie spezifisch, dass ich mir sicher war, während dieser Zeit nicht nur für meinen Beruf, sondern auch sehr viel für mich lernen zu können.
Ich wollte eine Ausbildung, die den Menschen als Ganzes im Blick hat. Das hat mir gefallen. Außerdem war mir wichtig, mich an einer Institution weiterzubilden, die sich auf ein bestimmtes Themengebiet spezialisiert hat und nicht hunderte von Weiterbildungen „quer Beet“ anbietet. Die freie Zeiteinteilung in der Bearbeitung der Studienbriefe war für mich im Schichtdienst zusätzlich ein großes Plus.
Ich habe meine Weiterbildungszeit (23 Monate) in sehr guter Erinnerung. Das wichtigste für mich war, dass es keinen Zeitstress gab und ich mich den Studienbriefen und verschiedenen Themen so mit Muße zu einem Zeitpunkt meiner Wahl widmen konnte. Dadurch konnte ich mich auch viel intensiver auf die Themen und Inhalte einlassen.

Im Seelsorgestudium ging es dabei nicht nur um die Vermittlung biblischer Geschichte, das Jesusgeschehen oder die Unterstützung des Alltags durch Gebete. Sehr viele Studienbriefe widmeten sich äußerst aktuellen Themen wie Seelsorge bei Jugendlichen oder alten Menschen, dem Umgang mit Sterben und Tod, das Erleben von Krisen oder die Erfahrung von Mediation sowie Spiritualität. Auch unterschiedlichste Wege und Tools der Kommunikation wurden vermittelt. Die Bearbeitung der Studienbriefe mündete stets in der offenen Beantwortung von themenbezogenen Fragen, gab jedoch auch regelmäßig Anreize, über den eigenen Alltag, die eigene Vergangenheit, das eigene Leben nachzudenken – für mich ein sehr spannender und weiterführender Aspekt.

Die Betreuung durch unseren Dozenten habe ich ebenfalls sehr warmherzig und inspirierend erlebt. Er schrieb zu jedem Studienbrief einen einseitigen Kommentar, der unterstützend und richtungsweisend war.
Auf die Betreuer der ALH war stets Verlass. Ich konnte mich mit verschiedensten Fragen an sie wenden und bekam innerhalb kürzester Zeit Antwort. Ich habe die Betreuung als sehr personenbezogen und direkt empfunden. Es gab keine umständlichen administrativen Bearbeitungswege. Ich hatte einfach das Gefühl, dass die ALH sowie unser Dozent alle Studenten namentlich im Kopf hatten und diese somit sehr persönlich unterstützen konnten.
Die Auswirkung des Seelsorge-Studiums auf meinen beruflichen Alltag kann ich eher als über die Zeit entstehend beschreiben. Es war nicht so, dass ich plötzlich eine neue Art von Kommunikation an den Tag gelegt hätte. Viel mehr hat mich die Bearbeitung der Studienbriefe innerlich gefestigt, so dass ich auch für meine Patienten, teilweise ohne Worte, noch mehr zur Stütze werden konnte. Jedoch wurde mir auch ein Zugang zu sehr streng gläubigen Patienten ermöglicht, den ich wohlmöglich früher nicht auf diese Art und Weise hätte finden können. Insgesamt hat mich das Seelsorge-Studium darin bestätigt, weiterhin viel aus dem Bauchgefühl heraus zu tun im Umgang mit anderen Menschen. Es hat mir aber auch dabei geholfen, u.a. durch die regelmäßige Bewusstmachung des eigenen Lebens, mich besser in die Lebenssituation von anderen Menschen zu versetzen.