Interview mit Sarah Schenk Binder

Sarah Schenk Binder - Absolventin Resilienztrainerin und Ganzheitliche Meditationslehrerin
Sarah ist Gesundheits- und Krankenpflegerin, Pflegemanagerin (B.A.) sowie Führungskraft im Notfallbereich und selbstständige Pflegeberaterin. Die Themen Resilienz, Achtsamkeit und mentale Gesundheit begleiten sie dabei nicht nur beruflich, sondern auch persönlich. Heute verbindet sie pflegerische Expertise, Führung und Beratung mit dem Ziel, Menschen dabei zu unterstützen, auch unter Belastung gesund, handlungsfähig und in ihrer Kraft zu bleiben.
Ob im klinischen Team oder in der Begleitung pflegender Angehöriger – für sie beginnt eine stabile Versorgung immer bei den Menschen, die sie tragen.
Fangen wir am besten vorne an: Erzähl uns gerne etwas zu Deinem persönlichen und beruflichen Weg.
Ich bin Gesundheits- und Krankenpflegerin mit einem B.A. Pflegemanagement und arbeite heute in leitender Funktion im Notfallbereich.
Auf meinem Weg habe ich festgestellt, dass Gesundheit immer bei einem selbst beginnt. Nur wenn wir auf unsere körperliche und mentale Gesundheit achten, können wir langfristig für andere da sein. Gerade in einem Berufsfeld, das von Verantwortung, Zeitdruck und hohen Anforderungen geprägt ist, habe ich mich intensiv mit den Themen Resilienz, Achtsamkeit und persönlicher Entwicklung beschäftigt.
Diese Erkenntnisse prägen heute meine Arbeit als Führungskraft und Pflegeberaterin gleichermaßen. Mein Ziel ist es, Menschen zu stärken – sei es im Team oder in meiner beratenden Tätigkeit. Denn eine stabile Versorgung braucht Menschen, die selbst stabil bleiben können.
Was hat Dich dazu bewegt, die Ausbildungen bei uns zu starten? Gab es einen bestimmten Moment oder ein Erlebnis, das Dir gezeigt hat: Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, um eine Ausbildung zu beginnen?
Meine Motivation entstand aus einer persönlichen Phase noch vor der Pandemie. Damals habe ich mich gefragt, ob es auf Dauer gesund sein kann, sich für andere einzusetzen, wenn man sich selbst dabei aus den Augen verliert. Diese Frage war für mich der Ausgangspunkt, Verantwortung für meine eigene Gesundheit zu übernehmen und mich intensiver mit den Themen Resilienz, Achtsamkeit und persönlicher Entwicklung auseinanderzusetzen.
Gleichzeitig entstand diese Motivation auch aus meiner beruflichen Praxis. Ich habe erkannt, dass nicht nur Fachwissen zählt, sondern vor allem die Fähigkeit, auch unter Belastung stabil, klar und handlungsfähig zu bleiben. Die ALH-Ausbildungen zur Resilienztrainerin und zur Ganzheitlichen Meditationslehrerin waren für mich deshalb weit mehr als eine persönliche Weiterbildung. Sie haben mir neue Perspektiven auf Belastung, Selbstfürsorge und mentale Stärke eröffnet.
Heute profitieren davon nicht nur ich persönlich, sondern auch meine Arbeit als Führungskraft und Pflegeberaterin. Ich kann Menschen nicht nur fachlich begleiten, sondern sie auch dabei unterstützen, ihre eigenen Ressourcen zu erkennen und langfristig gesund mit Herausforderungen umzugehen.
Eine Frage begleitet mich dabei bis heute: Wie bleibt Versorgung unter Belastung tragfähig?
Warum ist Deine Wahl auf die ALH-Akademie gefallen? Was hat Dich an unserem Konzept überzeugt?
Mir war wichtig, eine Ausbildung zu finden, die fundiert ist und gleichzeitig einen hohen Praxisbezug hat. Die ALH hat mich genau durch diese Kombination überzeugt. Ich wollte Inhalte nicht nur lernen, sondern direkt in meinen Berufsalltag als Führungskraft und Pflegeberaterin integrieren können – und genau das war für mich möglich.
War es leicht für Dich, die Ausbildung in Deinen Alltag zu integrieren?
Die Integration war durchaus herausfordernd, aber durch das flexible und modulare Konzept gut machbar. Gerade neben einer Führungsposition im Notfallbereich war es für mich wichtig, selbstbestimmt lernen zu können.
Besonders wertvoll war, dass ich die Inhalte direkt anwenden konnte – sowohl beruflich als auch persönlich. Dadurch wurde die Ausbildung nicht zu einer zusätzlichen Aufgabe, sondern zu einem festen Bestandteil meiner Weiterentwicklung.
Welche Themen haben Dir besonders gut gefallen? Du kannst auch gerne etwas zu den Themen Deiner Abschlussarbeiten erzählen.
Besonders geprägt haben mich die Themen Stress- und Belastungsdynamiken, Resilienz auf mehreren Ebenen sowie Methoden zur Selbstregulation und Stabilisierung. Heute betrachte ich Versorgung ganzheitlicher als früher. Pflege, Medizin, interdisziplinäre Zusammenarbeit und Angehörige greifen ineinander.
In der Praxis zeigt sich, dass Versorgung maßgeblich von zwei Faktoren abhängt:
- der Stabilität des Teams
- und der Sicherheit der Angehörigen
Als Pflegeberaterin unterstütze ich Angehörige dabei, ihre Ressourcen zu erkennen und Sicherheit im Umgang mit herausfordernden Situationen zu gewinnen. Denn Versorgung funktioniert nur dann langfristig, wenn sie auch im Alltag tragfähig ist.
Was hat sich seit der Ausbildung für Dich verändert – beruflich wie persönlich? Was ist Dein Ziel für die nächsten Jahre?
Die Ausbildungen haben meine Arbeit nicht verändert, sondern erweitert und geschärft.
Ich verbinde heute:
- Fachwissen
- Systemverständnis
- mentale Stabilität
Dadurch arbeite ich nicht nur lösungsorientiert, sondern mit einem klaren Fokus auf nachhaltige Stabilität und vorhandene Ressourcen.
Mein Ziel für die nächsten Jahre ist es, meine Führungsrolle gezielt weiterzuentwickeln und ein belastbares, stabiles Team zu fördern, das auch unter Druck sicher agieren kann. Parallel stellt die Pflegeberatung eine Schnittstelle zwischen fachlicher Versorgung und den Herausforderungen des Alltags dar. Denn Versorgung ist nur dann tragfähig, wenn sie im Alltag funktioniert.
Gibt es bestimmte Methoden oder Techniken aus der Ausbildung, die Du auch für Dich selbst nutzt?
Für mich sind Achtsamkeit, Atemtechniken und mentale Fokussierung keine Methoden, die nur in einer Ausbildung existieren, sondern Werkzeuge, die ich regelmäßig nutze. Gerade in einem Arbeitsfeld, in dem täglich viele Entscheidungen getroffen werden müssen, helfen sie mir, präsent, klar und handlungsfähig zu bleiben.
Auch in meiner Pflegeberatung arbeite ich mit der strukturierten Erfassung von Resilienz- und Belastungsfaktoren, um Angehörige gezielt zu entlasten und ihre vorhandenen Ressourcen sichtbar zu machen.
Hast Du einen abschließenden Gedanken für Personen, die ebenfalls vor der Entscheidung stehen, eine Ausbildung zur Resilienztrainerin oder zur Ganzheitlichen Meditationslehrerin zu starten?
Rückblickend war die Entscheidung für beide Ausbildungen eine Investition in mich selbst – und damit auch in die Menschen, die ich heute begleiten darf.
Wer über eine solche Ausbildung nachdenkt, sollte weniger fragen, ob sie zum eigenen Lebenslauf passt, sondern vielmehr, was sie für die persönliche Entwicklung bewirken kann.
Denn oft beginnt Veränderung genau dort, wo man bereit ist, bei sich selbst anzufangen – und diese Veränderung kann weit über einen selbst hinauswirken.
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