Wie wir Naturheilverfahren und Schulmedizin vereinen können

Bild Naturheilverfahren

von Fenja Zingsheim

Wenn die sogenannte Schulmedizin nicht wirkt, greifen viele Menschen oftmals zu Alternativen. Eine solche Alternative kann die Naturheilkunde sein. Neben pflanzlichen Arzneimitteln bietet sie Therapieverfahren an, die in manchen Krankheits- und Beschwerdelagen heilend wirken können.

Stellenwert der Naturheilkunde

Was unterscheidet die Naturheilkunde und damit oftmals die Arbeit von Heilpraktikern von Ärzten der Schulmedizin? Und ist eine strikte Unterscheidung nötig?

"Unter Schulmedizin versteht man die Gesamtheit der diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen soweit die zugrunde liegenden pathogenetischen Erklärungsmodelle, die in der universitären medizinischen Ausbildung (Schule) anerkannt sind und gelehrt werden“ (Augustin & Schmiedel, 2003).

Wenngleich die Naturheilkunde in diese Definition inbegriffen werden kann, erfährt sie einen anderen Stellenwert als die Schulmedizin. Es kann an dieser Stelle sogar von einer Außenseiterrolle gesprochen werden. Doch nicht nur die Naturheilkunde muss sich fachlicher Kritik unterziehen. So wird der Schulmedizin unterstellt, dass sie die ganzheitlichen Aspekte in ihrem Diagnose- und Therapieverfahren nicht berücksichtigt. Der Aspekt der Ganzheitlichkeit und die Betrachtung der Umstände des Individuums stehen wiederum bei Naturheilverfahren und somit in der Arbeit der Heilpraktiker an erster Stelle (vgl. Bierbach, 2006).

Diesen Unterschied können wir an einem überspitzten Beispiel verdeutlichen: Eine Person erhält die Diagnose Migräne. Im akuten Falle würde die Schulmedizin wahrscheinlich Schmerzmittel und Antemetika (Mittel gegen Erbrechen) verschreiben, prophylaktisch Betablocker und Serotonin-Hemmer. Die Naturheilkunde setzt eher auf der Ernährungsebene an. Beispielsweise würde eine Ernährungsumstellung mit Fokus auf eine ausgewogene, vitaminreiche und vollwertige Kost oder schmerzlindernde Kräuter, wie Pestwurz und Mutterkraut, empfohlen werden. Ebenfalls denkbar sind Maßnahmen wie Heilfasten zur Entschlackung oder Entspannungs- und Atemtechniken. Dies sind einige ausgewählte von vielen Möglichkeiten, einen Patienten mit Migräne zu betreuen.


Fehlende Anerkennung alternativer Medizin

Wie schwierig es ist, beide Ansätze vereint zu betrachten, sehen wir aktuell am Beispiel der Homöopathie. Diese wird vermehrt mit der Arbeit von Heilpraktikern in Verbindung gebracht und nicht mehr von den staatlichen Krankenkassen finanziell unterstützt. Fehlende wissenschaftliche Beweise zur Heilung durch homöopathische Mittel sind der Grund für diese Entwicklung. So wird auch die Behandlung beim Heilpraktiker nicht unbedingt von Krankenkassen finanziell unterstützt. Dabei sollte bedacht werden: Es gibt Ärzte als auch Naturheiler, die mit homöopathischen Mitteln arbeiten.


Chancen durch Kombination der Naturheilverfahren und Schulmedizin

Die Kombination der Naturheilkunde mit der Schulmedizin sollte in den Fokus gerückt werden. Nicht alle Krankheiten und Beschwerden müssen mit starken Medikamenten behandelt werden. Genauso können nicht alle Krankheiten und Beschwerden durch die individuelle Lebensbetrachtung und Naturheilverfahren beseitigt werden. Wir können Naturheilverfahren in Betracht ziehen und trotzdem schauen, was die Schulmedizin rät und andersrum.

In einer solchen Situation hat sich unsere Absolventin Daniela befunden, bevor sie die Ausbildung zur Heilpraktikerin absolviert hat. Was hat sie bewegt, sich der Naturheilkunde zu widmen? Daniela bietet uns einen spannenden Einblick in ihre Erfolgsgeschichten. Ihr Ansatz ist: Für unsere Gesundheit sollten wir ganzheitliche Faktoren und Angebote in Betracht ziehen, die der alternativen Medizin mindestens genauso viel Platz schaffen, wie der Schulmedizin. Denn es schadet nicht, bei Kopfschmerzen eine Schmerztablette einzunehmen und parallel darauf zu achten, eine ausgewogene Ernährung sowie Heil- und Entspannungstechniken zu nutzen, um zukünftig beschwerdefreier zu sein.

Du möchtest Dich noch tiefer mit dem Thema Naturheilverfahren auseinander setzen? Dann schau Dir unsere Ausbildung zum Heilpraktiker an!


ALH-Tutorin Fenja Zingsheim

Über Fenja Zingsheim

Durch ihr Studium der Sozialwissenschaften und dem anschließenden Masterstudium in Soziologie wirft Fenja einen Blick auf die Relevanz der Ganzheitlichkeit in der heutigen Gesellschaft. Dabei freut sie sich, als Studienorganisatorin und Tutorin, Studenten der ALH-Lehrgänge zu begleiten und deren Wissensaustausch und positive Entwicklung zu fördern.

 

Quellen:

Augustin, Matthias; Schmiedel, Volker (2003): Leitfaden Naturheilkunde. Methoden, Konzepte und praktische Anwendung. 4 Auflage. Urban & Fischer Verlag München.
Bierbach, Elvira (2006): Naturheilpraxis. Heute. 3. Auflage. Urban & Fischer Verlag München.

 


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