Wie Bäume Kinder achtsamer werden lassen

Als unser gewohnter Alltag vor zwei Monaten einmal kräftig durchgeschüttelt wurde, sprachen wir ein erstes Mal mit Jacqueline Bencsik über das Thema „Achtsamkeit für Kinder“. Wenngleich die Kinder sich auch nicht mit Kurzarbeit, Home Office oder ausgefallenen Kaffeerunden befassen mussten, haben sich für sie ganz eigene Herausforderungen ergeben. In dieser Zeit konnte Achtsamkeit ein hilfreicher Schlüssel sein, um mit der Situation zurecht zu kommen. Nun kehrt ganz langsam, Schritt für Schritt der Alltag zurück. Kindergärten und Schulen öffnen sukzessive, Spielplätze dürfen wieder besucht werden und Freunden wird nun nicht mehr ausschließlich über den Bildschirm begegnet. Aber auch wenn unser und der Alltag der Kinder damit zurückkehrt, sollten wir an der Achtsamkeit festhalten. Denn Achtsamkeit ist nicht nur etwas für schwierige Zeiten. Warum es den Kindern helfen kann und wie ihr ihnen Achtsamkeit näherbringen und sie kultivieren könnt, dafür hat Jacqueline ein paar Tipps:

Wie ich zuletzt bereits im Interview gesagt habe, ist Achtsamkeit sicherlich kein Allheilmittel. Dennoch kann sie uns selbst und eben auch Kindern ungemein viel geben. Wenn wir uns in Achtsamkeit üben, verbessert sich unsere Konzentrationsfähigkeit. Etwas, das den Kindern zum Beispiel in einer Prüfung hilft, zum anderen wird aber auch unser Gegenüber diese Eigenschaft in einem Gespräch sehr zu schätzen wissen. Außerdem wird das subjektive Stressempfinden gemindert und gleichzeitig die Resilienz – psychische Widerstandkraft – gestärkt. Kinder können also von unerwarteten oder unangenehmen Ereignissen nicht mehr so einfach aus der Bahn geworfen werden. Zudem wir die Impulskontrolle gesteigert, wodurch die eigenen Gefühle nicht nur besser kontrolliert, sondern zum Teil auch gesteuert werden können. Dies sind nur ein paar der wunderbaren Wirkfaktoren von Achtsamkeit.

Nun fragt ihr euch aber sicher, wie ihr euren Kindern – egal ob in der Familie, im Verein, der Schule oder anderen Einrichtungen – das Thema Achtsamkeit näherbringen könnt. Hierzu gibt es viele schöne Ansätze. Wichtig ist jedoch vor allem, dass ihr selbst mit dem Thema etwas anfangen könnt, ansonsten werdet ihr es euch und den Kindern schwerfallen, Achtsamkeit zu üben. Drei Möglichkeiten möchte ich euch gerne hier vorstellen:

Ein Baum voller Farben – Der Achtsamkeitsbaum

Der Achtsamkeitsbaum ist besonders für die Jüngeren eine schöne Übung. Holt eure Buntstifte, Filzstifte oder womit sie sonst gerne malen heraus und lasst sie die Felder im Baum bunt ausmalen. Dabei sollen keine gleichfarbigen Felder nebeneinander liegen. Auf diese Weise können die Kinder sich spielerisch in Achtsamkeit üben.

Gedanken auf Papier - Das Achtsamkeits-Tagebuch

Um den Tag zu reflektieren, bietet es sich an, ein Achtsamkeits-Tagebuch zu führen. Ihr könnt vorab zusammen mit den Kindern besprechen, welche Themen für euch wichtig sind. Vielleicht mögt ihr selber ja auch ein eigenes Tagebuch führen. Es tut gut, schöne Momente und Augenblicke festzuhalten und seine Ressourcen zu entdecken. Je nach Alter kann auch gemalt anstelle geschrieben oder beides miteinander kombiniert werden. Ich habe euch zwei verschiedene Vorlagen als Starthilfe vorbereitet, die ihr gerne nutzen und auch weiter ausarbeiten könnt.

Von Traumreisen und Atemankern – Mein Podcast

Zuletzt möchte ich euch gerne noch meinen Podcast vorstellen. Es ist kein typischer Podcast, in dem viel über verschiedenen Themen geredet wird. Ich leite dort kindgerechte Achtsamkeitsübungen an. Kindern fällt es oft leichter, sich darauf einzulassen, wenn die Übung angeleitet wird oder von den Erwachsenen sogar mitgemacht wird. Sie dauern alle circa eine Viertelstunde und bauen aufeinander auf. Nach einer Begrüßung stelle ich die Übung kurz vor und dann geht es auch schon los.

Ich hoffe, ich habe euch ein paar Anregungen an die Hand geben können, wir ihr in das Thema Achtsamkeit mit Kindern starten könnt. Auf meinem Blog, im ALH-Podcast und den kostenfreien Webinaren der online Reihe werde ich euch noch weitere Einblicke geben. Schaut gerne einmal vorbei.

 

„21 Tage Achtsamkeit“

In der dritten Woche unserer online-Reihe „21 Tage Achtsamkeit“ beschäftigen wir uns mit dem Thema „Achtsamkeit mit Kindern“. Hört euch auch gerne unsere neue Podcastfolge an, in welcher wir mit Jacqueline noch tiefer auf das Thema eingehen oder besucht eines der kostenfreien Webinare mit ihr. Ladet euch auch gerne noch unser Achtsamkeits-Tagebuch herunter und freut euch auf Achtsamkeits-Übungen für Kinder in den kommenden Tagen auf unseren Social-Media-Kanälen.

 

Über Jacqueline Bencsik

Jacqueline Bencsik ist ausgebildete Sozialpädagogin und hat sich als solche dem Thema Achtsamkeit für Kinder verschrieben. Sie möchte nicht nur Eltern und Lehrer, sondern auch Kinder dafür sensibilisieren und damit helfen, ihr Potential zu entfalten. Auf ihrem Blog schreibt sie rund um dieses Thema, berichtet über ihre Projekte, erzählt Anekdoten und gibt Anregungen für Achtsamkeitsübungen. Für die ALH-Akademie ist sie als Dozentin zum Beispiel in der aktuellen online Achtsamkeits-Reihe mit dabei.